Mikrokredite in Deutschland

Der bundesweite Mikrokreditfonds Deutschland ist 2026 ausgelaufen. Regionale Mikrokredit- und Mikrodarlehensprogramme bestehen jedoch weiter. Diese Übersicht ordnet aktuelle Angebote nach Bundesland ein und erklärt wichtige Schritte der Antragstellung.

Stand: September 2026. Förderprogramme und Konditionen können sich ändern. Maßgeblich sind immer die Angaben der zuständigen Förderbank oder Institution. Ratgeber Mikrokredite vergibt und vermittelt selbst keine Kredite.

Gibt es nach dem Ende des Mikrokreditfonds weiterhin Mikrokredite?

Ja. Die Vergabe neuer Kredite über den bundesweiten Mikrokreditfonds Deutschland wurde zum 30. Juni 2026 beendet. Mehrere Bundesländer und Landesförderbanken führen jedoch eigene Mikrokredit- oder Mikrodarlehensprogramme.

Die Programme unterscheiden sich bei Kredithöhe, Zielgruppe, Laufzeit, Sicherheiten und Antragsweg. Die folgende Übersicht konzentriert sich auf Angebote, die von den zuständigen Institutionen ausdrücklich als Mikro- oder Mikrodarlehen geführt werden.

Aktuelle Mikrokreditprogramme im Überblick

BundeslandProgrammKreditrahmenPrimärquelle
BerlinMikrokredit aus dem KMU-Fondsbis 50.000 €IBB
BrandenburgBrandenburg-Kredit Mikro2.000–25.000 €ILB
HamburgHamburg-Kredit Mikro5.000–40.000 €*IFB Hamburg
HessenHessen-Mikrodarlehen3.000–35.000 €WIBank
Mecklenburg-VorpommernMikrodarlehenbis 25.000 €Land M-V
NiedersachsenMikroSTARTer Niedersachsen5.000–40.000 €NBank
Nordrhein-WestfalenNRW.Mikrodarlehenbis 50.000 €NRW.BANK
SachsenMikrodarlehen (MKD)5.000–30.000 €SAB
Schleswig-HolsteinIB.SH Mikrokredit3.000–35.000 €IB.SH
ThüringenMikrodarlehensprogrammbis 35.000 €Thüringer Aufbaubank

* Beim Hamburg-Kredit Mikro hängt der maximale Betrag unter anderem vom Unternehmensalter ab. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der IFB Hamburg.

Wie unterscheiden sich die Programme?

Berlin

Die IBB finanziert Gründungs- und Wachstumsvorhaben mit Mikrodarlehen bis 50.000 Euro. Das Vorhaben muss in einer Berliner Betriebsstätte durchgeführt werden.

Nordrhein-Westfalen

Das NRW.Mikrodarlehen richtet sich an Gründungen und junge Unternehmen in den ersten fünf Jahren. Es wird als Direktkredit in Kooperation mit den STARTERCENTER NRW angeboten.

Niedersachsen

Beim MikroSTARTer ist vor Antragstellung eine Erstberatung bei einer fachkundigen Stelle vorgesehen. Finanziert werden können unter anderem Investitionen und Betriebsmittel.

Hessen

Das Hessen-Mikrodarlehen finanziert Gründung, Übernahme sowie Wachstums- und Festigungsmaßnahmen junger Unternehmen. Der Antrag wird über einen Kooperationspartner vorbereitet.

Schleswig-Holstein

Der IB.SH Mikrokredit unterstützt Gründungen, Übernahmen und Unternehmen bis fünf Jahre. Die Antragstellung erfolgt nach Abstimmung mit einem Kooperationspartner.

Sachsen

Das SAB-Mikrodarlehen kann Investitionen und Betriebsmittel für Aufnahme oder Festigung einer selbstständigen Tätigkeit finanzieren. Ein tragfähiges Unternehmenskonzept gehört zu den Voraussetzungen.

Mikrokredit beantragen: So gehen Sie vor

  1. Programm nach Standort auswählen. Viele Angebote sind an eine Betriebsstätte oder ein Vorhaben im jeweiligen Bundesland gebunden.
  2. Förderfähigkeit prüfen. Achten Sie auf Unternehmensalter, Gründungsstatus, Finanzierungszweck, Mindest- und Höchstbetrag sowie ausgeschlossene Branchen.
  3. Kapitalbedarf nachvollziehbar planen. Stellen Sie dar, wie viel Kapital benötigt wird und wofür die Mittel eingesetzt werden sollen.
  4. Unternehmenskonzept und Unterlagen vorbereiten. Je nach Programm können Businessplan, Finanzierungsplan, Selbstauskünfte und weitere Nachweise erforderlich sein.
  5. Beratung oder Kooperationspartner frühzeitig einbeziehen. Bei mehreren Programmen ist eine fachkundige Stelle oder ein Kooperationspartner Bestandteil des Verfahrens.
  6. Antrag rechtzeitig stellen. Bei Förderprogrammen kann entscheidend sein, dass der Antrag vor Beginn des zu finanzierenden Vorhabens gestellt wird.
  7. Primärquelle prüfen. Konditionen können sich ändern. Verwenden Sie vor Antragstellung immer die aktuellen Unterlagen der zuständigen Förderinstitution.

Welche Unterlagen können benötigt werden?

Die Anforderungen unterscheiden sich. Häufig spielen jedoch ein Unternehmens- oder Gründungskonzept, eine Beschreibung des Vorhabens, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung sowie Angaben zur persönlichen und wirtschaftlichen Situation eine Rolle. Einige Förderbanken stellen dafür eigene Formulare, Vorchecks oder Beratungsangebote bereit.

Ein fehlendes bankübliches Sicherheitenpaket bedeutet nicht automatisch, dass keine Prüfung stattfindet. Förderinstitute können beispielsweise Bonität, Tragfähigkeit, Bürgschaften, Selbstauskünfte oder andere programmspezifische Voraussetzungen prüfen.

Unterstützung bei der Orientierung

Sie wissen nicht, welches Programm zu Ihrem Vorhaben passt?

Ratgeber Mikrokredite kann bei der Orientierung anhand öffentlich verfügbarer Förderinformationen helfen – zum Beispiel bei der Einordnung des zuständigen Programms, der öffentlich genannten Voraussetzungen und der Vorbereitung einer Fragen- oder Unterlagenliste.

Ratgeber Mikrokredite vermittelt und vergibt keine Kredite und trifft keine Entscheidung über Förderfähigkeit oder Bewilligung. Diese liegt ausschließlich bei der zuständigen Förderinstitution.

Frage zu einem Mikrokreditprogramm stellen

Was ist mit dem früheren Mikrokreditfonds Deutschland?

Der bundesweite Mikrokreditfonds Deutschland prägte die institutionelle Mikrofinanzierung in Deutschland über viele Jahre. Die Vergabe neuer Kredite endete zum 30. Juni 2026. Bestehende Kredite werden weiter abgewickelt.

Die heutigen Landesprogramme sind nicht automatisch Nachfolgeprogramme des früheren Fonds. Sie beruhen auf eigenen Förderstrukturen und Bedingungen.

Geschichte und Ende des Mikrokreditfonds Deutschland

Weitere Informationen

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