Mikrokredit

Definition, Geschichte und Bedeutung von Mikrokrediten im Kontext der Mikrofinanzierung.

Was ist ein Mikrokredit?

Ein Mikrokredit ist ein vergleichsweise kleines Darlehen, das speziell für Personen oder Unternehmen entwickelt wurde, die nur eingeschränkten Zugang zum traditionellen Bankensystem haben. Das Konzept entstand vor allem mit dem Ziel, wirtschaftliche Eigenständigkeit zu fördern und Menschen die Finanzierung kleiner unternehmerischer Vorhaben zu ermöglichen.

Anders als klassische Konsumentenkredite stehen bei Mikrokrediten häufig Selbstständigkeit, Existenzgründung oder die Weiterentwicklung eines Kleinstunternehmens im Mittelpunkt. In vielen Ländern gelten Mikrokredite als wichtiger Bestandteil der Mikrofinanzierung.

Der Begriff Mikrokredit beschreibt nicht zwingend eine bestimmte Kredithöhe. Entscheidend ist vielmehr die Zielgruppe und der Fördergedanke hinter dem Darlehen.

Entstehung der Idee

Die moderne Mikrofinanzierung wird häufig mit dem Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus verbunden. In den 1970er-Jahren begann er in Bangladesch mit der Vergabe kleiner Kredite an Menschen, die keine ausreichenden Sicherheiten für Bankdarlehen vorweisen konnten.

Aus diesen ersten Projekten entwickelte sich später die Grameen Bank. Das Modell erlangte weltweit Aufmerksamkeit und beeinflusste zahlreiche Mikrofinanzierungsprogramme in Entwicklungs- und Industrieländern.

Im Jahr 2006 erhielten Muhammad Yunus und die Grameen Bank gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Ziele von Mikrokrediten

Mikrokredite verfolgen häufig soziale und wirtschaftliche Ziele zugleich. Zu den wichtigsten Zielsetzungen gehören:

Mikrokredite in Deutschland

Auch in Deutschland wurden verschiedene Mikrofinanzierungsprogramme entwickelt, um Gründern und kleinen Unternehmen den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Eine wichtige Rolle spielten dabei Mikrofinanzinstitute sowie der Mikrokreditfonds Deutschland.

Im Unterschied zu vielen internationalen Modellen stehen in Deutschland häufig Unternehmensgründungen, Solo-Selbstständige und kleine Gewerbebetriebe im Fokus.

Welche Rolle spielen Mikrofinanzinstitute?

Mikrofinanzinstitute übernehmen häufig die Betreuung von Kreditnehmern und begleiten den gesamten Finanzierungsprozess. Sie prüfen Vorhaben, beraten Antragsteller und fungieren teilweise als Bindeglied zwischen Kreditnehmern und finanzierenden Institutionen.

Weitere Informationen finden Sie im Beitrag zum Mikrofinanzinstitut.

Mikrofinanzinstitut (MFI) erklärt

Vorteile von Mikrokrediten

Mögliche Nachteile und Kritik

Trotz ihrer positiven Zielsetzung werden Mikrokredite nicht ausschließlich positiv bewertet. Kritiker verweisen unter anderem auf hohe Verwaltungskosten, mögliche Überschuldungsrisiken und die begrenzte Wirkung einzelner Finanzierungsmaßnahmen auf strukturelle wirtschaftliche Probleme.

Die tatsächliche Wirkung hängt stets von den Rahmenbedingungen, der Ausgestaltung der Programme und dem jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld ab.

Mikrokredit und Minikredit – der Unterschied

Die Begriffe Mikrokredit und Minikredit werden häufig verwechselt. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Konzepte.

Ein Mikrokredit dient traditionell der Finanzierung unternehmerischer oder wirtschaftlicher Vorhaben und ist eng mit dem Bereich der Mikrofinanzierung verbunden.

Ein Minikredit bezeichnet dagegen meist einen kurzfristigen Konsumentenkredit mit geringer Kreditsumme, der online beantragt werden kann.

Informationen zu heutigen Minikrediten finden Sie auf Jodano.

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