Mikrokredit
Grundlagen und Ziele von Mikrokrediten.
Typische Einsatzbereiche von Mikrokrediten in Mikrofinanzierung, Existenzgründung und Unternehmensentwicklung.
Mikrokredite wurden ursprünglich entwickelt, um Menschen mit eingeschränktem Zugang zu klassischen Bankkrediten finanzielle Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht der Konsum, sondern die Förderung wirtschaftlicher Aktivitäten und die Schaffung nachhaltiger Einkommensquellen.
Die konkrete Verwendung von Mikrokrediten hängt vom jeweiligen Land, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Ziel des Kreditprogramms ab. Dennoch haben sich einige typische Einsatzbereiche herausgebildet.
Einer der wichtigsten Anwendungsbereiche von Mikrokrediten ist die Finanzierung von Existenzgründungen. Viele Gründer benötigen zunächst nur vergleichsweise geringe Beträge, um ihre Geschäftsidee umzusetzen.
Mikrokredite können beispielsweise genutzt werden, um erste Betriebsmittel zu beschaffen, Arbeitsgeräte anzuschaffen oder notwendige Genehmigungen und Registrierungen zu finanzieren.
Besonders für Personen ohne umfangreiche Sicherheiten bieten Mikrofinanzierungsprogramme häufig eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit.
Auch bestehende Kleinstunternehmen und Selbstständige nutzen Mikrokredite, um Investitionen zu finanzieren oder ihr Geschäft weiterzuentwickeln.
Typische Beispiele sind:
Gerade kleinere Finanzierungsbeträge lassen sich über klassische Bankkredite nicht immer wirtschaftlich darstellen.
In vielen Ländern werden Mikrokredite zur Finanzierung landwirtschaftlicher Tätigkeiten eingesetzt. Die Kredite dienen beispielsweise dem Kauf von Saatgut, Werkzeugen, Nutztieren oder Bewässerungssystemen.
Ziel ist häufig die Verbesserung der Produktivität und die Schaffung stabilerer Einkommensquellen für landwirtschaftliche Betriebe.
Dieser Bereich spielte insbesondere in den frühen Mikrofinanzierungsprogrammen eine wichtige Rolle.
Viele Mikrofinanzierungsprogramme richten sich an Handwerker, Dienstleister und Kleingewerbetreibende. Bereits geringe Investitionen können hier einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens haben.
Beispiele sind:
Zahlreiche Mikrofinanzierungsprogramme richten sich gezielt an Frauen. Dieser Ansatz wurde insbesondere durch die Grameen Bank bekannt.
Hintergrund ist die Annahme, dass wirtschaftliche Teilhabe von Frauen positive Auswirkungen auf Familien, Bildung und lokale Gemeinschaften haben kann.
Mikrokredite dienen in diesem Zusammenhang häufig dem Aufbau kleiner Unternehmen oder selbstständiger Tätigkeiten.
In Deutschland lag der Schwerpunkt vieler Mikrokreditprogramme auf Existenzgründungen, Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen.
Der Mikrokreditfonds Deutschland unterstützte über viele Jahre Vorhaben, die von traditionellen Banken oftmals nicht ausreichend finanziert werden konnten.
Dabei standen vor allem produktive Investitionen und unternehmerische Entwicklungen im Vordergrund.
Mehr zum Mikrokreditfonds Deutschland
Historisch betrachtet wurden Mikrokredite in erster Linie für wirtschaftliche und unternehmerische Zwecke entwickelt. Die Finanzierung von Konsumausgaben stand ursprünglich nicht im Mittelpunkt.
Heute wird der Begriff Mikrokredit teilweise auch für kurzfristige Konsumentenkredite verwendet. Fachlich wird jedoch häufig zwischen klassischen Mikrokrediten und modernen Minikrediten unterschieden.
Mehr über klassische Mikrokredite
Die Wirkung eines Mikrokredits hängt wesentlich davon ab, wofür die Mittel eingesetzt werden. Investitionen in produktive Tätigkeiten können Einkommen schaffen und die wirtschaftliche Stabilität verbessern.
Aus diesem Grund legen viele Mikrofinanzierungsprogramme besonderen Wert auf die Tragfähigkeit der finanzierten Vorhaben.
Die geplante Verwendung der Mittel ist daher häufig ein wichtiger Bestandteil der Kreditprüfung.
Grundlagen und Ziele von Mikrokrediten.
Der übergeordnete Rahmen vieler Mikrokreditprogramme.
Deutsches Fördermodell für Mikrokredite.
Abgrenzung zwischen klassischen Mikrokrediten und modernen Minikrediten.