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Geschichte des Microlendings (dt. Mikrofinanzierung)

“Man kann auch als kapitalistisch denkender und handelnder Mensch Gutes tun.”
(Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger)

Ursprung des Microlendings

Als Pionier auf dem Gebiet der Kleinstkreditvergabe hat Muhammad Yunus, damals Dekan der Wirtschaftsfakultät von Chittagong,  begonnen, kleinen Gewerbetreibenden in den Dörfern Bangladeshs mit aus unserer Sicht winzigen Summen zu helfen.

“Ausgangspunkt seiner Aktivitäten ist die Konfrontation mit einer katastrophalen Hungersnot in Bangladesh, die ihn und seine StudentInnen veranlasst, den wissenschaftlichen Elfenbeinturm zu verlassen, um bei den Menschen in den Dörfern nach wirtschaftsnahen und Selbsthilfe fördernden Lösungsmöglichkeiten für die Verbesserung der Lebensverhältnisse zu suchen. Am Beispiel von Sufia Begum - die ihre Familie mit der Herstellung von Bambusstühlen mühevoll am Leben erhält - erfährt Muhammad Yunus, dass die Kleingewerbetreibenden des Dorfes in einer Form von Beinahe-Sklaverei an Geldverleiher gebunden sind, die sie unterhalb des Existenzminimums halten. Die Kette der Abhängigkeiten reicht von Wucherzinsen und völlig überzogenen Sicherheiten bis hin zu Preisdiktaten auf die hergestellten Waren, für die sie sich ein Alleinabnahmerecht vorbehalten. Im Rahmen einer Erhebung zu Darlehensnehmern in Jobra macht Yunus die verblüffende Feststellung, dass ein Startkapital von insgesamt 27 Dollar reichen würde, um 42 Kleingewerbetreibende - und damit ihre Familien - aus diesem Elend und Teufelskreis zu befreien. Vor dem Hintergrund der Philosophie, dass Almosen kein nachhaltiges Instrument der Hilfe zur Selbsthilfe sind und ein strukturelles Problem - nämlich der Zugang zu Krediten für Arme - gelöst werden muss, entsteht im Jahre 1976 die Grameen(Dorf)-Bank.”

 

Weiterentwicklung in den USA und Großbritannien

Anfang der neunziger Jahre verbreiteten die Vereinten Nationen dieses Erfolgsmodell in die westlichen Industrieländer, allen voran Großbritannien und die USA. In UK griffen die Geschäftsführerinnen von WEETU  die Idee auf und passten sie an die Verhältnisse ihrer Kundschaft und Region an.

“Die „Women’s Employment, Enterprise & Training Unit“ (WEETU) ist eine Beratungs- und Qualifizierungsorganisation in der Region Norfolk, die spezielle Maßnahmen für Frauen durchführt. Die Angebote sind vielfältig und dienen der Qualifizierung in neuen Technologien (Kurs „Cyberwoman“), der Existenzgründungsförderung sowie der wirtschaftlichen Absicherung („Women need Pensions“). Mit dem hier beschriebenen NOW-Projekt ”Full Circle Fund”(Laufzeit Januar 1998 - Juni 2000) erweiterte WEETU sein Angebot um die Schaffung unkonventioneller Finanzierungsinstrumente, wobei das Konzept in Anlehnung an das Mikrokreditprogramm der Grameen-B. entstand. Inzwischen wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen und der „Full Circle Fund“ wird auf Basis eines anderen Finanzierungsmixes weitergeführt.

Hierzu gehören u.a. Einnahmen aus Schulung und Beratung für potentielle Microfinance-Institutions, bei denen WEETU - wie eine Art Franchisegeber - das Mikrokreditfondsmodell implementiert. Im Rahmen eines transnationalen Treffens der NOW-Partnerorganisationen (Oktober 1999) hatte die Mitarbeiterin von FAST e.V., Berlin, Frau Brigitte Maas, die Möglichkeit, an einem Meeting aller „Peer Groups“ sowie am Treffen des KreditnehmerInnenzirkels„Wheels of Fire“ teilzunehmen und sich in Gesprächen mit der Leitung und den Mitarbeiterinnen des „Full Circle Fund“ umfassend über die Funktionsweise des Mikrokreditfonds zu informieren.

Ziele des Mikrokreditfonds „Full Circle Fund“: Frauen mit niedrigem Einkommen im Raum Norfolk (ländlicher und städtischer Raum)sollen in die Lage versetzt werden, ein Kleinstunternehmen als einen Weg in Selbstbeschäftigung zu entwickeln, indem Hürden in zwei Hauptbereichen für weibliche Unternehmer beseitigt werden: Zugang zu Krediten und begleitende Unterstützung. Diesen Frauen soll eine eigenverantwortliche Alternative zu sozialen Leistungen oder zur Wohltätigkeit angeboten werden, die sie gleichzeitig darauf vorbereitet, mit der Neudefinition von Arbeit in unserer zunehmend flexibleren Wirtschaft umzugehen.”

In den USA war seit den 60-er Jahren eine Verschlankung des bisher historisch geprägten Kreditwesens zu beobachten. Anders als in der Vergangenheit, als die Geldinstitute noch kommunal orientiert waren und sich für die Belange der Gemeinden, mit denen sie eng verflochten waren, einsetzten, war nun eine neue Entwicklung hin zu mehr Gewinnorientierung zu beobachten.

“Die neue Kundenorientierung führte in auffälligem Maße dazu, dass sich Kreditinstitute aus dem Kreditgeschäft in bestimmten städtischen Ghettos und ländlichen Notstandsgebieten zurückzogen, die von ihnen als nicht lohnende Gebiete eingestuft wurden. Bekannt wurde diese rigide Geschäftspolitik unter dem Begriff des „Redlining“, da einige Kreditgeber so weit gingen, rote Linien um Gebiete zu ziehen, in die nicht mehr investiert wurde. Jeder Mitbewohner dieses Gebietes wurde praktisch von der Kreditvergabe ausgeschlossen - vom Studenten, der ein Studium finanzieren wollte, über den Kleingewerbetreibenden bis hin zu Wohnungsbaugesellschaften. Dies führte nachweislich zu einer forcierten strukturellen Ungleichentwicklung, auf die von Seiten der Betroffen mit zum Teil gewaltsamen Unruhen reagiert wurde. “

Diese Situation von damals ist durchaus vergleichbar mit der unsrigen in Europa, wenn auch die Ausschreitungen nicht so deutlich sind wie in den USA. Anders als hier aber haben die USA die Brisanz und soziale Unverträglichkeit eines solchen Vorgehens frühzeitig erkannt und mit dem Community Reinvestment Act gebannt.

“1977 wurde unter Präsident Carter der Community Reinvestment Act (CRA- Das Gesetz zur lokalen Reinvestition) verabschiedet und eingeführt, der 1989 unter Präsident Bush und 1995 unter Präsident Clinton jeweils geändert (verschärft) wurde, um die Geldinstitute  zu einem veränderten Geschäftsgebaren zu zwingen.

Verpflichtung der Finanzinstitute zu Investitionen in der Kommune (Umsetzung lokaler sozialer Investitionspläne als Voraussetzung für Genehmigungen, z.B. Filialeneröffnung / Fusionen u..)

Nichtbanken (Intermediäre) erhalten die Erlaubnis zur Vergabe von Kleinkrediten an Gründer/-innen

Kreditinstitute sind zur Zusammenarbeit mit Intermediären verpflichtet”

Als direkte Folge dieser Maßnahme entwickelten sich nun die so genannten CDC’s (Community Development Councils), die nun ihrerseits für die Entwicklung der Stadtteile sorgten, indem sie Kleinstkredite und Unterstützung für die nicht kreditfähigen Zielgruppen zur Verfügung stellten. Daraus gingen dann auch die so genannten Microloans für GründerInnen und UnternehmerInnen hervor mit darauf spezialisierten Intermediären wie z.B. die Women Business Center oder Entrepreneurship-Center .

Heutzutage unterstützt die Small Business Administration (eine staatliche Institution) ganz gezielt die Intermediäre und die Gründer und Gründerinnen mit speziellen Microloan-, Aufbau- und Finanzierungsprogrammen.

 

Microlending / Mikrofinanzierung in Europa

Die Organisation ADIE in Frankreich war die Erste, die das System der Grameen-B. nach Europa holte. Bereits im Jahr 1990 hatten sie mit über 5.400 Mikrofinanzierungen eine erhebliche Anzahl von Krediten an offiziell nicht bankfähige Kunden und Kundinnen vergeben. Die Ausfallrate lag unter 6 %, ein beachtlich niedriger Wert.

Gleichauf versorgte Women’s World Banking in Spanien die dortigen Unternehmerinnen mit neuen Finanzierungsinstrumenten. Zwar war die Anzahl von 470 Krediten weitaus geringer, allerdings waren hier auch nur Ausfallraten von 2 % zu verzeichnen.

Es folgten der Glasgow Regeneration Fund und die Industrial Common Ownership Finance in UK mit über 700 Microloans.

In Polen gründete sich Fundusz Mikro mit über 17.000 Darlehen in 1994 und Finnland folgte mit FINNVERA (ca. 8000 Darlehen im Jahr 1996).Beide Mikrofinanzierer verzeichnen auch hier Ausfallraten von nur rund 2 %.

Mikrokredite in Deutschland

In Deutschland wurde eine Einführung von MIkrofinanzierung nach diesem Vorbild lange Jahre durch das Kreditwesengesetz (KWG) verhindert. Erst nachdem immer wieder kritische Stimmen zum so genannten Hausbankenverfahren laut wurden, kam Ende 1998 Bewegung in die Diskussion um Kleinkredite.

“ ExpertInnengremien auf verschiedenen Ebenen - unter Einbeziehung des Wirtschafts-, Arbeits- und Frauenministeriums, der DtA, der Bundesanstalt für Arbeit und externer GründungsexpertInnen - tauschten sich über ein neues Kleinkreditprogramm im Bereich Self-Employment aus. Aufgrund der Erkenntnis, dass dies einfach kein interessantes und lukratives Geschäftsfeld für kommerzielle Geldinstitute ist, wurde nicht zuletzt mit dem Hinweis auf ausländische Erfahrungen die erfolgreiche Kreditvergabe über intermediäre Einrichtungen in die Diskussion eingebracht.

Es wurde aber recht schnell deutlich, dass von Seiten des Wirtschaftsministeriums ein Verzicht auf die unternehmerische Entscheidung der Hausbanken für einen Kredit kaum denkbar war. Zudem wurden die Ausführungsbedingungen des Kreditwesengesetzes, nämlich die Beschränkung der Kreditvergabe auf Kreditinstitute und deren Verpflichtung zur sorgfältigen Kreditwürdigkeitsprüfung, als Argument für diese Blockadehaltung gegenüber einer echten Reform herangezogen.

Ergebnis dieser Diskussionsrunden war die Einführung des Kreditprogramms „DTA-Startgeld” mit einer maximalen Kredithöhe bis 50.000 € (rund DM 98.000) im Mai 1999. Für die Hausbanken ist eine Haftungsfreistellung in Höhe von 80 % sowie eine Bearbeitungspauschale von € 500 obligatorisch vorgesehen, was allerdings zu einem relativ hohen Zinssatz (7,74 % effektiv) geführt hat. Tatsächlich sieht dieses Programm den Verzicht auf eine Eigenkapitaleinbringung seitens der KreditnehmerInnen vor. Die Gründung kann zunächst auch als Nebenerwerb erfolgen, womit den entsprechenden Forderungen von Gründerinneninitiativen nachgekommen wurde.

Dieses Programm, mit dem die Diskussion in der Bundesrepublik zu Mikrokreditfonds auf politischer Ebene faktisch ausgehebelt wurde, kann zunächst als ein erster Schritt in die richtige Richtung bewertet werden. Insbesondere konnte der Frauenanteil an den Kreditnehmern, der sich bei den sonstigen Förderprodukten der DtA zwischen 20,4 und 24,6 % bewegt, in relativ kurzer Zeit auf 34,5 % (33,0 % am Kreditvolumen) gesteigert werden. Die Ergebnisse in Bezug auf die erfolgreiche Vergabe von Kleinstkrediten sind jedoch mit Vorsicht zu betrachten.

In der vorgenannten DtA-Studie wurde festgestellt, dass fast drei Viertel der ÜberbrückungsgeldempfängerInnen einen Startkapitalbedarf von lediglich bis zu TDM 50 haben. Hingegen weisen drei Viertel der beim DtA-Startgeld beantragten Kreditvolumina einen Kapitalbedarf von rund 30 T€ ( TDM 61.102) und mehr aus (siehe nachfolgendes Schaubild).Hieraus leitet sich die Frage ab, inwieweit die benannte Zielgruppe durch das DtA-Startgeld tatsächlich einen besseren Zugang zu öffentlichen Kreditprogrammen gefunden hat. Möglicherweise beinhaltet die Zahl der AntragstellerInnen in diesem Programm auch Personen, die einen Zugang zu anderen preiswerteren DtA-Förderprodukten hätten erhalten können, aber aufgrund der besseren Konditionen für die Hausbank zu einer Antragstellung im Startgeld-Programm bewogen wurden.

Schaut man sich die Checkliste des „Ratgebers für Berater“ zur Erbringung von Antragsunterlagen bei der DtA an, so werden diese auf den qualifikatorischen und beruflichen Nachweis der Gründerperson, die Vorlage des Gründungskonzeptes und die Angaben der Hausbank zu Vermögens- und Einkommensverhältnissen beschränkt. Auf eine Umsatz- und Vertragsvorausschau für die nächsten drei Jahre, eine fachliche Stellungnahme und die Liste der Sicherheiten wurde verzichtet. In einem persönlichen Gespräch mit dem Existenzgründungsberater einer Sparkasse wurde jedoch deutlich, dass den Bedingungen des Startgeldprogramms nicht unbedingt entsprochen wird, sondern eigene Maßstäbe an Eigenkapital und Sicherheiten sowie zu erbringende Antragsunterlagen angelegt werden, die der Intentionen des Programms widersprechen.

Bei dem vorgenannten Kreditinstitut gibt es für alle Kreditprogramme und Antragsteller einheitliche Antragsformulare, die relativ aufwendig zu bearbeiten sind und die Erstellung von Vorausschauen verlangen, die über die o.g. Anforderungen der DtA deutlich hinausgehen. Es drängte sich auch der Eindruck auf, dass bestimmte (problematische) Zielgruppen - wie Frauen, GründerInnen aus der Arbeitslosigkeit / KleinstgründerInnen -, einer besonders strengen Überprüfung unterzogen werden. Wie das Beispiel zeigt, ist also anzunehmen, dass den Empfehlungen der DtA-Studie zum Punkt „Antragsvereinfachung“ häufig nicht nachgekommen wird. Das Hausbankenprinzip stellt nach wie vor - wie auch Klagen von GründerInnen zeigen - ein Nadelöhr dar, das unbedingt durch neue Kooperationsformen zu öffnen ist.

Zahlreiche Gründungsinitiativen sind daher dazu übergegangen, im Rahmen ihrer Projekte öffentliche (teilweise aus der Arbeitsmarktpolitik) oder private Mittel (teilweise über Stiftungen)für einen Mikrokreditfonds zu akquirieren. Doch bei näherer Überprüfung ist feststellbar, dass es sich (allein schon wegen der Auflagen des Kreditwesengesetzes) in der Regel eher um Zuschüsse als um Kredite handelt und die Nachhaltigkeit der Fonds deshalb mittel- bis langfristig in Frage gestellt werden muss. Die Projekte sind zum überwiegenden Teil sehr jung (außer Goldrausch in Berlin) und sehr klein (Beschränkung auf bestimmte Zielgruppen und wenige Kredite), so dass sie momentan nur begrenzten Aussagewert haben. Auffällig ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass es eine starke Nachfrage nach diesen Kleinkrediten gibt.”

Im Jahr 2004 ist es nun endlich mit vereinten Kräften gelungen, aus dem nationalen thematischen Netz Gründungsunterstützung der Gemeinschaftsinitiative EQUAL heraus, das Deutsche Mikrofinanz Institut aus der Taufe zu heben, das nun über ein Kooperationsmodell mit Geldinstituten die Vergabe von Mikrokrediten über akkreditierte Mikrofinanzierer ermöglicht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kleinkrediten, gerne auch Mikrokredite genannt, unterscheidet sich echte Mikrofinanzierung dadurch, dass Mikrofinanzierer auch immer für begleitende Beratung und Coaching sorgen können, ggfs. über qualifizierte Netzwerkpartner, so dass GründerInnen und UnternehmerInnen bei Problemen schnell und fachkompetent geholfen werden kann.

Quellenhinweis: Wir danken Frau Brigitte Maas (Mikrofinanzexpertin, ehemals Fast e.V., Berlin) recht herzlich für die Genehmigung, Originaltexte aus der Studie “Zur Realität von Mikrokreditfonds in der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zu internationalen Umsetzungserfahrungen” hier zu zitieren.

 

 

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